Akelei

Akelei

Akelei

Ich freue mich immer sehr über nette Selbstaussäer. Jetzt ist die Jahreszeit wo man ganz vorsichtig unkrautjäten und genau hinschauen muss, ob die Sämlingen Feind oder Freund sind. Und wenn sie Freund sind, hat man es im Griff oder verliert man gerade die Kontrolle? Die Akelei ist eine dieser Blumen, bei der ich schon mal die Kontrolle verloren habe, weil in meiner Freude und meinem Enthusiasmus sich die Pflanzen sorgenlos aussäen konnten und das halbe Beet dabei erobert hatten. Erst im nächsten Frühjahr fiel mir auf, dass das Beet fast nur noch Akelei war, und nicht nur dass, die meisten Sämlingen waren Rosa, das dominante Gen. Es sah zwar schön aus, solange es geblüht hat, aber danach war kaum noch was los im Beet. 

Disziplin ist wichtig

Es ist wichtig Disziplin auszuüben bei Akelei, um zu verhindern das die Farben mit der Zeit völlig durcheinandergeraten und die besonderen Formen verschwinden, weil die stärksten sich durchgeboxt haben. 

Ich finde es nicht schwierig eine Pflanze, die am falschen Standort wächst, raus zu rupfen, aber ich bin mir bewusst, dass nicht jeder das tut. Einige habe ich umgesetzt, wo sie mir an einem bestimmten Standort gefehlt haben, oder wenn es nur wenige gab, und ich keinen verlieren wollte, aber die tiefen Pfahlwurzeln sind nicht immer leicht umzusetzen. Es gib auch immer noch die Option die Pflanze liebevoll auszugraben, in ein Töpfchen zu pflanzen und es an Freunden und Nachbarn zu verschenken. Jeder Gärtner freut sich riesig über solche kleinen Geschenke. Die Sämlinge und deren große Stückzahl haben mir immer Freude gebracht, aber ich bin vorsichtiger geworden und schneide die verblühten Blütenstielen raus, bevor das Saat reifen kann. Ich möchte unbedingt Nachwuchs vermeiden.

Wo und wie Pflanzen

Es ist eine großartige Pflanze, die einfach gute Laune macht. Sie sind fröhlich und unkompliziert. Obwohl sie auch schattentolerant sind, finden sie es nicht schlimm zwischen anderen Stauden an sonnigen Standorten zu wachsen, weshalb sie fast jedes Staudenbeet begleiten, das ich gestalte. Man braucht schon mehr als eine Pflanze, um einen Effekt zu kreieren. Obwohl ich gerne mehrere Akeleien pflanze, damit sie in einer lockeren Gruppe über das Beet tanzen können, schmilzt Akelei fast völlig nach der Blüte weg. Daher sollte man sie nie zusammen in einer größeren Gruppe setzen. 

Sie sind besonders gut geeignet zwischen sich später entwickelnden, beziehungsweise spätsommer- und herbstblühenden Pflanzen, die im Frühjahr noch keine große Präsenz haben. Sie formen die frühe Vegetationsschicht, die dann später übernommen wird von den Spätsommer- und Herbstblühern. 

Sie sind ab dem ersten Frühjahr dabei, übernehmen die Staffel von den Frühlingszwiebeln. Sie laufe noch eine Weile parallel zu den Zierlauchsorten und rennen dann weiter, bis die anderen Frühsommerstauden sie eingeholt haben und weiter rennen.  Damit läuten sie die Staudensaison im Beet ein. Da es ein so großes Farbspektrum gibt, ist für jedes Beet eine passende Sorte dabei.

Die Auswahl

Besonders beliebt sind die gefüllten, pompon-ähnlichen Blüten der Barlow Hybriden. Die gibt sie in einer großen Farb-Vielfalt. Von zartem Rosa, dunkelem Blau (‚Blue Barlow‘) über Grün-Weiß (‚Green Apples‘) bis zu dunklem Rot ‚Bordeau Barlow‘. Persönlich bereue ich es, dass so viele diese gefüllten Pompons über die klassische, gespornte Blüten bevorzugen, weil ihnen die Leichtigkeit und Eleganz fehlen. 

Bei den klassischen gibt es im gelben Bereich einige dezent, zartgelbe Sorten. Aquilegia caerulea ‚Maxi‘ heißt so, weil sie besonders große Blüten hat. A. ‚Yellow Queen‘ hat besonders lange Sporne. Dank dieser schönen langgespornten Blüte tanzen sie oberhalb der anderen Blüten. Diese Sorte ist besonders elegant, und blüht auch lang.

Der weiße Klassiker ist ‚Kristall‘, der blauer Klassiker ist Aquilegia alpina.

Ein warmes Orangerot findet sich bei Sorten vom amerikanischen Kontinent: Aquilegia formosa, A. canadensis und die öfter gesehene A. canadensis ‘Little Lanterns‘. Sie sind etwas bescheidener und kompakter, aber haben eine tolle Farbzusammenstellung von gelbem Inneren und orange-rotem Äußeren. 

Für jeden ist was dabei. Genießen Sie diese netten Vagabunden, deren Charme man nicht widerstehen kann. 

 

Isabelle Van Groeningen 

19. April 2024

 

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