Die Hepworth-Galerie in Wakefield

Die Hepworth-Galerie in Wakefield

Die Hepworth-Galerie in Wakefield

Bei einem kürzlichen Besuch in England hatte ich die Gelegenheit, die neue Hepworth-Kunstgalerie in Wakefield zu besuchen. Dieses moderne Gebäude, das von David Chipperfield entworfen wurde, wurde 2011 eröffnet. Uns ist er vor allem für seine einfühlsamen Restaurierungs- und Renovierungsarbeiten an der preisgekrönten Neuen Nationalgalerie und dem Neuen Museum in Berlin bekannt. Die neue Kunstgalerie beherbergt die Sammlung der ehemaligen Wakefield Art Collection. Diese 1923 gegründete Sammlung war für ihre Zeit sehr fortschrittlich und hat viel zur Förderung britischer Talente beigetragen, insbesondere junger lokaler Künstler wie Barbara Hepworth und Henry Moore. Die Galerie beherbergt eine bedeutende Sammlung von Hepworth-Skulpturen, darunter viele der Werkzeuge und Geräte aus ihrem Atelier.  Sie liegt am Ufer des Flusses Calder und überblickt das schöne Stauwehr. Parallel zum Gebäude steht ein attraktives altes Industriebgebäude aus rotem Backstein aus dem 19 Jahrhundert. Es ist der offene Raum zwischen diesen beiden Gebäuden, der mich wirklich nach Wakefield gezogen hat. Tom Stuart-Smith, einer der führenden Landschaftsgestalter Großbritanniens, hat den Wettbewerb für die Gestaltung und Bepflanzung dieses Gartens gewonnen. 

In Anlehnung an die organischen Formen der Skulpturen von Barbara Hepworth hat Tom Stuart-Smith einen bemerkenswert gelungenen Garten geschaffen, der selbst an einem kalten Novembertag von Menschen bevölkert war, die den Platz genossen.  Eine große Betonmauer schützt den Garten vor dem städtischen Lärm und der Hektik einer großen, stark befahrenen Straße. Das Material ist so gewählt, dass es das des Museums widerspiegelt. Die Silhouette mehrerer Eichen wirft ein schönes Schattenmuster auf den blassgrauen Hintergrund. Glatte Betonwege schlängeln sich durch die Bepflanzung und bilden einen guten strukturellen Kontrast zu den ebenso organisch geformten Rasenflächen und den Blöcken aus dicht geschnittenen Buchen, deren Höhe einen Hintergrund für die Gruppen von Stauden bildet. Charaktervolle Bäume wie Rhus typhina (Essig Baum) sorgen für Höhe und umarmen den Raum, so dass er ein Gefühl der Einfriedung vermittelt. Rhus kann zu einem Problem werden, denn er ist ein Baum, der Ausläufer bildet, aber hier kann er nicht mehr tun, als in das Beet einzudringen, in dem er wächst. 

Innerhalb des Gartens ist die Bepflanzung höchstens brusthoch, so dass Sie alles überblicken können. Dazwischen gibt es aber immer noch genügend versteckte Bereiche, Rasenflächen und große Bänke, die den gestalteten Linien folgen und Intimität schaffen. Diese lockeren Räume bieten auch Platz für mehrere Skulpturen.

Gute Pflanzenauswahl

Tom ist für sein gutes Pflanzendesign bekannt, und dies ist keine Ausnahme. Er verwendet eine gute Palette von zuverlässigen Stauden, die auch dann noch gut aussehen, wenn sie schon lange nicht mehr blühen. Einige, wie z.B. Phlomis ruselliana (Gelbes Brandkraut), sind wintergrün und bieten einen guten grünen Hintergrund für alle Wintersilhouetten. Seine großen, leicht filzigen, graugrünen Blätter bilden einen dichten, sich ausbreitenden Teppich, der nur wenig Unkraut durchlässt. Die schwefelgelben Blüten erscheinen in dichten, runden Büscheln entlang der ansonsten kahlen, hohen Blütenstängel. Sie sind einer der besten Strukturgeber für die Wintermonate, da die robusten Stängel trocknen und viele Monate lang stehen bleiben.  Amsonia ciliata (Bewimperter Röhrenstern) ist nicht wintergrün, behält aber sein Laub bis spät in den Herbst hinein und färbte sich gerade in ein sattes Herbstgelb. Sie blühen zwar nicht sehr lange, aber das Laub bleibt für den Rest der Saison so gut erhalten, dass ich diese Pflanze sehr schätze. Es gab noch einige andere gute Samenstrukturen, die herumtanzten. Die Kegelformen von Echinacea pallida (Rosa Sonnenhut) schweben hoch über ihren schlanken Stängeln. Salvia nemorosa 'Caradonna' (Steppen-Salbei) mag zwar schon lange nicht mehr blühen, aber die perfekt senkrechten Linien ihrer alten Blütenstängel machen sie zu einer hervorragenden Winterstrukturpflanze. Weitere nützliche vertikale Linien finden Sie bei der Blutweiderich und Kandelaber Ehrenpreis. Diese bilden einen guten Kontrast zu den horizontalen Schafgarben.

Gräser

Mehrere Gräser, jedes mit einer besonderen Eigenschaft, werden großzügig verwendet. Chinaschilf hat seine grüne Farbe bereits zugunsten seiner blassblonden Winterfarbe abgelegt, aber die silbernen Federbüschel, die den ganzen Winter über stehen bleiben, sind sehr lebendig. Etwas starrer, aber immer noch frischgrün ist Sessleria autumnalis (Herbst Kopfgras). Sein dünner Blütenstand schießt zwischen den schmalen grünen Blättern hervor, die den ganzen Winter über stehen bleiben. Auch die hübsche, verspielte Hakonechloa macra (Japanisches Waldgras) hat gerade ihre kupferfarbene Herbstfärbung angenommen und wiegt sich sanft in der Brise.

Für Schatten

In schattigeren Bereichen schlängeln sich die niedrigen Japanische Waldgräser sanft an den Wegrändern entlang. Die Helleborus argutifolius (Korsische Nieswurz) sorgt für einen willkommenen Hauch von frischem Grün und verspricht dicke Blütenknospen. Diese Helleborus ist etwas burschikos und hat vielleicht nicht die zierliche Anmut vieler anderer, aber ihre robusten Blätter und großen grünen Blüten haben zu dieser Jahreszeit eine erfrischende Präsenz im Garten. 

Blumenzwiebeln

Der Garten ist mit zahlreichen Blumenzwiebeln bestückt, die für einen farbenfrohen Start in die neue Saison sorgen, die mit einer großen Menge an gepflanzten Schneeglöckchen beginnt. Mit der Zeit werden sich diese reichlich vermehren und naturalisieren, um schon früh im Blühkalender ein besonders beeindruckendes Schauspiel zu bieten. 

Pflege

Dieser Garten wird von einem engagierten Gärtner gepflegt, aber die Art der Bepflanzung ist relativ einfach und pflegeleicht. Die großen, eng aneinander gereihten Pflanzengruppen lassen dem Unkraut in den Sommermonaten nur wenig Raum zum Wachsen. Es macht es auch einfacher, jemandem, der gerne helfen möchte, aber wenig Pflanzenkenntnisse hat, zu erklären, welche Pflanze dort hingehört und welche nicht. 

In meinem vorherigen Artikel hatte ich bereits über die schönen Winterstrukturen geschrieben, die das Beet der Gartenakademie derzeit zu bieten hat. Es war erfrischend und inspirierend zu sehen, dass dieser Garten zu einer Jahreszeit, in der er möglicherweise nur trist und öde hätte aussehen können, immer noch so gut aussieht. Die Vielfalt an Texturen und Farben, kontrastreichen Formen und Gestalten macht deutlich, wie wichtig es ist, Pflanzen nicht nur wegen ihrer hübschen Blüten auszuwählen, sondern auch daran zu denken, was sie in den schwierigeren Zeiten des Jahres für Sie tun können. 

 

Isabelle Van Groeningen

8. Dezember 2023

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