Johanniswolke

Johanniswolke

Johanniswolke 

Für die Sommermonate gibt es eine besondere Staude, die ein absoluter Eye-Catcher ist: Aconogonon alpinum ‘Johanniswolke‘, auch als Buschknöterich oder Staudenflieder bekannt. Ich habe sie kennengelernt als Persicaria polymorpha, aber sie ist eine der Pflanzen, bei der Botaniker ständig ihre Meinung ändern.

Sie wird zu einer recht stattlichen Dame, ohne dass man es gleich bemerkt, und ist wirklich nur geeignet für größere Gärten. Am Anfang wächst sie relativ schlank und aufrecht, aber von Jahr zu Jahr kommen immer mehr Blütenstiele dazu, wodurch die Pflanze dramatisch an Volumen zunimmt. Genau das finde ich so großartig an dieser Pflanze. Die dicken, kräftigen, bis zu zwei Meter hohen Stängel sind im Frühsommer und Sommer viele Wochen lang mit cremefarbenen Federn geschmückt. Wenn sie verblühen, färben sie sich zart rosa und hinterlassen eine attraktive, anfangs leicht rötliche, später braune Struktur. Nur ihr Parfum ist nicht das Beste – einige Leute nehmen sie als unangenehm riechend wahr.

Wegen ihres Volumens ist diese Staude schon seit langem eine meiner Favoriten für den Sommer. Sie hat sich immer anständig verhalten in meinem Garten: ist nie weggewandert, hat sich nie durch Samen vermehrt, ist nie umgekippt, sondern ist einfach nur füllig geworden. Am Anfang war sie einfach wunderbar hoch, schön und lange interessant bis in den Herbst hinein. Einmal richtig angekommen, wird sie langsam immer breiter. Jedes Jahr hat sie ein bisschen mehr vom Beet für sich beansprucht. Ich habe es ihr gegönnt, das war nicht mein Problem, aber sie treibt relativ spät aus. Als ich dann im Frühjahr mit meiner frischen Beute an Pflanzen im Garten stand und nach einem geeigneten Platz suchte, habe ich mich so oft von den Quadratmetern verführen lassen, die sie dann noch nicht bedeckte. Immer wieder habe ich gedacht, am Rand wird es schon klappen mit den Neuankömmlingen, um dann am Ende der Saison festzustellen, dass die Armen es doch nicht geschafft hatten, sich neben der Johanniswolke zu behaupten. Das hat mich immer wieder geärgert, aber eigentlich war es nicht ihre Schuld. Ich hätte es besser wissen müssen. Diese Pflanze hat mich leider schon viele Pflanzen gekostet, das wäre meine einzige Kritik!

Die Johanniswolke ist erstaunlich vielseitig. Sie liebt trockene Standorte, verträgt aber auch feuchtere Böden, ist sonnenverträglich, hat aber auch nichts gegen einen etwas schattigeren Standort. Sie wird dann nur nicht so massiv und blüht nicht so lange. Für größere Gärten ist sie einfach wunderbar, man muss ihr nur den Platz gönnen, den sie wirklich braucht.

Um in der Zukunft zu verhindern, dass ich den gleichen Fehler mache und Pflanzen auf ihrem Territorium verliere, habe ich mir schon lange vorgenommen, im nächsten Garten unter ihr einen Teppich von Frühblühern zu etablieren, die die Zeit ausnützen, in der sie nicht präsent ist. Ich werde ein Vorfrühlings-Potpourri von Schneeglöckchen, Winterlingen, Alpenveilchen (Cyclamen coum), Elfenkrokus und Scilla mischtschenkoana pflanzen. Ich kann es kaum erwarten!

 

Isabelle Van Groeningen

7. Juni 2024

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